Als ich in den Spiegel schaute und mein Gesicht sah, schrie ich nicht. Ruhig nahm ich mein Handy und rief meinen Mann, den Geschäftsführer, an. „Du hast fünf Minuten“, sagte ich. „Sag deiner Geliebten, sie soll herkommen und sich für ihr Verhalten entschuldigen, sonst geht deine Welt heute unter.“

Es folgte Stille.

Daniel verstand es immer noch nicht.

Er glaubte, es ginge um Eifersucht.

Er dachte, ich wolle nur eine Entschuldigung.

Vor allem glaubte er, dass ich mich irgendwann beruhigen und wieder nach Hause kommen würde, wie ich es immer getan hatte.

Er irrte sich.

Er legte auf.

Genau in diesem Moment erschien eine weitere Nachricht auf meinem Handy.

Es stammte von meinem Anwalt.

„Die einstweilige Verfügung wurde genehmigt. Wir sind bereit, wann immer Sie es sind.“

Ich habe es zweimal gelesen.

Dann blickte ich in Richtung Daniels Bürogebäude.

Fast fünf Minuten waren vergangen.

Und Daniel ahnte noch immer nicht, was sich gleich ändern würde.