Mein Vater schob mir einen Ordner zu. Darin befanden sich Angebote von Anbietern, ein Vertrag über den Veranstaltungsort, Blumenpläne und eine rot eingekreiste Zahl.
82.000 US-Dollar.
Ich hätte beinahe gelacht, weil die Summe so ungeheuerlich war.
Brooke wünschte sich eine Zeremonie im Weinberg, ein Designer-Kleid, importierte Blumen, ein Live-Streichquartett und ein Empfangsmenü, das pro Gast mehr kostete als mein gesamtes monatliches Lebensmittelbudget, als ich zum ersten Mal alleine wohnte.
„Das ist dein Ernst?“, sagte ich.
Der Gesichtsausdruck meiner Mutter verfinsterte sich. „Du verdienst mehr als genug.“
Sie hatte Recht, dass ich gut verdiente. Aber es hatte zehn Jahre mit 70-Stunden-Wochen, Übernachtungen in Mietwagen zwischen Verkaufsterminen und dem Aufbau eines Logistikunternehmens von einem einzigen Lkw zu einem regionalen Unternehmen gebraucht, bevor ich aufhörte, jedes Mal meinen Kontostand zu überprüfen, wenn ich tankte.
Meine Familie nannte das Glück.
Sie bezeichneten Brookes Ausgabenverhalten als „angemessen“.
Der Vater beugte sich näher zu ihm. „Deine Schwester hat dich unterstützt.“
Ich drehte mich zu Brooke um. „Wann?“
Ihr Blick senkte sich.
Mama fuhr sie an: „Emotional. Sie hat an dich geglaubt.“
Brooke hatte ihren Studienfreundinnen einmal erzählt, dass ich sie in Verlegenheit brachte, weil ich zu Kundengesprächen Anzüge aus dem Secondhandladen trug. Seit ihrem neunzehnten Lebensjahr bat sie jedes Jahr zu Weihnachten um Geld und nannte es stets ein Darlehen.
Sie hatte nie einen einzigen Dollar zurückgegeben.
