“Und wenn du mich heiratest?”
Ich heiratete einen 20-jährigen Millionär, den ich pflegte, um meine Tochter zu retten – nach der Hochzeit gab er mir einen Umschlag mit ihrem Namen darauf und sagte: „Deshalb brauchte ich dich wirklich.“
Ich dachte an Lisa, die regungslos dalag, während Fremde darüber entschieden, welche Chance sie verdiente.
Dann schloss ich meine Augen.
„Na schön“, flüsterte ich. „Ich werde dich heiraten. Aber wenn du etwas verheimlichst, das meiner Tochter wehtut, werde ich dir das niemals verzeihen.“
Adrian sah mich an, als hätte ich ihn bereits geschnitten.
„Ich weiß“, sagte er.“Ich werde dich heiraten.”
*
Die standesamtliche Trauung dauerte elf Minuten.
Der Standesbeamte fragte, ob wir die Ehe freiwillig eingehen.
Adrian sagte Ja. Dann sah sie mich an.
Ich dachte an Lisas Hand in meiner, warm, aber still, und presste das Wort hervor.“Ja.”
Es gab keine Musik und keinen fröhlichen Zeugen, nur einen verwelkten Blumenstrauß, den sein Fahrer unterwegs an der Tankstelle gekauft hatte.
Als der Standesbeamte uns für verheiratet erklärte, versuchte Adrian nicht, mich zu küssen. Er umfasste meine nur fester mit seinen kalten Fingern und drückte zu.
Die standesamtliche Trauung dauerte elf Minuten.
“Lisa wird versetzt?”, flüsterte ich.
„Heute Abend“, sagte er. „Ich werde es selbst tun.“
***
Zurück in der Villa entließ Adrian die Krankenschwester, die Haushälterin und den Fahrer.
“Alle raus.”
Die Krankenschwester warf mir einen Blick zu. „Sind Sie sicher?“
Ich sah Adrian an. Sein Gesicht war blass, aber ausdruckslos.
“Geh”, sagte ich.„Ich werde es selbst erledigen.“
Als die Tür zufiel, zog er den purpurroten Umschlag heraus.
“Öffne es.”
Mir wurde übel.
Auf der Vorderseite stand ein Name.
Lisa.
“Warum hast du das?”
„Denn genau deshalb brauchte ich dich.“
Ich habe es aufgerissen.
Warum hast du das?”
Die erste Seite war ein Unfallbericht.
Adrians Name. Seine Eltern, die am Unfallort ums Leben kamen. Dann, unter den Überlebenden, Lisa.
