„Bei mir war es genauso.“
Ich habe einen neueren Stapel Dokumente abgeholt.
„Und diese?“, fragte ich.
Toms Mund verengte sich. „Deshalb bin ich heute Abend wegen dir gekommen.“
Ich habe zwei Seiten gelesen.
Ein Rettungskredit. Ein Sanierungsplan. Neue Unterschriftenzeilen.
Meins. Toms.
Die Heirat hatte den Bauernhof nicht gerettet. Sie hatte uns lediglich auf dem Papier zu einem Haushalt gemacht.
Wenn wir unterschreiben würden, würden ihre ausstehenden Zahlungen, Strafen und Rettungsgelder auf unseren Namen laufen. Sie würden die Häuser, das Land und die Kontrolle behalten.
Doch wenn der Plan scheitern sollte, würde er uns zuerst vernichten.
„Sie haben nicht versucht, uns zu retten“, sagte ich.
Toms Gesicht wirkte im Licht der Scheunenlampe blass. „Nein.“
„Sie versuchten, aus dem Feuer herauszutreten und uns hineinzustoßen.“
Meine Hände zitterten um die Papiere herum.
„Sie brauchen mich nicht als Tochter“, flüsterte ich. „Sie brauchen mich als Schutzschild.“
Tom blickte zu den Lichtern im Empfangsbereich. „Sie wollten bis morgen warten, nachdem uns alle oft genug Mann und Frau genannt hatten, sodass eine Ablehnung egoistisch gewirkt hätte.“
Etwas in mir erstarrte. Nicht ruhig. Sondern klar.
Ich stopfte die Papiere in den Ordner.
