TEIL 3: IHREN WEG NACH HAUSE
Die folgenden Monate waren nicht einfach.
Gladys erlebte gute und schwere Tage. An manchen Morgen erinnerte sie sich an Kyles Namen. An anderen suchte sie das ganze Haus nach dem sechsjährigen Jungen ab, den sie noch immer in ihren Erinnerungen trug.
Manchmal verirrte sie sich in Mias Zimmer, weil sie glaubte, es gehöre ihr.
Doch anstatt wütend zu sein, geleitete Mia sie sanft zurück ins Bett.
Eines Morgens blieb Gladys in der Tür stehen und lächelte.
„Vielen Dank, dass Sie Ihr Zimmer mit mir geteilt haben.“
Es war das erste, woran sie sich die ganze Woche über richtig erinnern konnte.
Mia lachte, nahm ihre Hand und ging neben ihr her.
An einem anderen Abend fand ich sie auf dem Boden sitzend und beim Ausmalen von Bildern vor.
Gladys betrachtete Mias Gesicht.
„Du erinnerst mich an jemanden.“
“WHO?”
„Mein kleiner Junge.“
Mia lächelte.
„Ich glaube, das ist das Netteste, was jemals jemand zu mir gesagt hat.“
Kyle beobachtete mich vom Türrahmen aus und schob seine Hand in meine.
„Ich habe mein ganzes Leben lang geglaubt, dass meine Mutter mich verlassen hat“, sagte er.
„Und nun?“
Seine Augen füllten sich mit Tränen.
„Jetzt weiß ich, dass sie dreißig Jahre lang versucht hat, ihren Weg zurückzufinden.“
Jeden Abend, bevor Mia nach oben ging, blieb sie vor Gladys’ Schlafzimmer stehen.
„Brauchst du etwas, Oma?“
Manchmal bat Gladys um Wasser. Manchmal fragte sie, wo Kyle sei. An anderen Abenden konnte sie sich überhaupt nicht an Mia erinnern.
Aber Mia küsste ihr immer die Stirn, bevor sie das Licht ausschaltete.
