TEIL 3 – DER NAME, DER ÜBERLEBT HAT
Die Musik verstummte, als ich den Gang entlangging.
Einer nach dem anderen wandten sich die Gäste mir zu.
Grants Gesichtsausdruck verfinsterte sich.
Celeste packte sofort seinen Arm.
Vivian trat vor.
„Du wurdest nicht eingeladen.“
„Ich wurde vor sechs Jahren in diese Familie aufgenommen“, antwortete ich. „Heute gebe ich ihr alles zurück, was sie mir gegeben hat.“
Grant verließ den Altar und kam auf mich zu.
„Gehen Sie, bevor der Sicherheitsdienst Sie entfernt.“
Ich legte ihm den versiegelten Umschlag in die Hände.
„Lies es, bevor du eine weitere Heiratsurkunde unterschreibst.“
Grant riss den Umschlag auf.
Sein Blick glitt schnell über den pränatalen Vaterschaftsbericht.
Das Selbstvertrauen war aus seinem Gesicht verschwunden.
Er las Marcus Reeds Namen, betrachtete das Ergebnis der Wahrscheinlichkeitsberechnung und wandte sich dann langsam Celeste zu.
“Was ist das?”
„Ein bestätigter Laborbericht“, antwortete ich. „Der Sohn, den Sie gefeiert haben, gehört jemand anderem.“
Celeste entriss ihm das Dokument.
„Das ist gefälscht!“
Ein Mann erhob sich von einem der Gästetische.
Marcus stand ihr von der anderen Seite des Ballsaals gegenüber.
„Nein, Celeste. Du hast diesen Test selbst angefordert.“
Daniel ging zu den audiovisuellen Bedienelementen und aktivierte den riesigen Bildschirm hinter dem Altar.
Die Zertifizierung der Klinik erschien zuerst.
Als nächstes folgten Celestes unterzeichnetes Einverständnisformular und die beglaubigten Dokumente zur Beweiskette.
Dann erfüllte ihre aufgezeichnete Stimme den Ballsaal.
„Grant wünscht sich verzweifelt einen Sohn.“
Ihr Lachen hallte aus den Lautsprechern wider.
„Sobald wir verheiratet sind, wird Vivian dafür sorgen, dass ich die Kontrolle über das Familienvermögen habe.“
Grant wandte sich von Celeste ab.
„Du hast mich ausgenutzt?“
Ihr sorgsam kontrollierter Gesichtsausdruck zerbrach schließlich.
„Du hast alle ausgenutzt“, erwiderte sie. „Du wolltest unbedingt einen Sohn, dass du nie innegehalten hast, um zu hinterfragen, warum dein medizinischer Eingriff plötzlich fehlgeschlagen war.“
Vivian wandte sich gegen Celeste, und die beiden Frauen begannen, sich in der Nähe der Blumenarrangements durcheinanderzuschreien.
Weiße Rosen fielen in den Gang, als Hotelangestellte herbeieilten, um sie zu trennen.
Grant blickte zurück zu mir.
„Eleanor, hör mir zu. Wir können das noch reparieren.“
Genau in diesem Moment klingelte mein Handy.
