Meine Eltern zwangen mich, das Haus zu verlassen – doch schon am nächsten Tag bescherte mir das Schicksal ein unerwartetes Geschenk.
Ich blieb lange dort stehen und starrte auf das Aufnahmegerät.
Dann tastete ich unter den Stuhl und fand einen darunter geklebten Schlüssel sowie einen Umschlag mit der Adresse einer Anwaltskanzlei.
Ich habe nicht geschlafen. Am nächsten Morgen um acht Uhr war ich in Martins Büro in der Innenstadt.
Die Rezeptionistin wollte mir gerade sagen, dass er beschäftigt sei, als ich den Schlüssel auf ihren Schreibtisch legte und sagte: „Sagen Sie ihm, June hat mich geschickt.“
Fünf Minuten später befand ich mich in einem privaten Büro mit einem Mann in seinen 60ern, grauer Anzug, müde Augen.
Er blickte auf den Schlüssel und sagte: „Ich hatte gehofft, sie würde es dir sagen, bevor das passiert ist.“Dann öffnete er einen verschlossenen Schrank und holte einen Aktenkarton heraus.
“Du weißt, wer ich bin?”
“Ja.”“Dann beweise es.”
Er zögerte.
Dann öffnete er einen verschlossenen Schrank und holte einen Aktenkarton heraus.
Im Inneren befanden sich Kopien einer versiegelten Geburtsurkunde, Treuhanddokumente, Briefe und ein altes Foto von Rose mit einem Baby im Arm.Ich nahm das Foto mit zitternden Händen entgegen.
Mich.
Martin sagte: „Ihre rechtliche Identität wurde geändert, aber der Trust selbst wurde nie aufgelöst. Er wurde bis zum Nachweis des Todes oder Überlebens des Kindes unter vorläufige Kontrolle gestellt. June bestand darauf. Genauso wie Ihr Großvater vor seinem Tod.“
Ich starrte die Papiere an. „Warum bis jetzt warten?“
„Weil June jahrelang an die Realität der Bedrohung glaubte und dann der Ansicht war, die Lüge habe sich zu tief verfestigt, um sie gefahrlos aufzulösen. Sie wies mich an, alles zurückzuhalten, es sei denn, Sie kämen mit Beweisen zu mir oder sie gäbe mir andere Anweisungen. Das DNA-Ergebnis ist der Beweis.“„Hat sie mich geliebt?“
Mit zitternden Händen nahm ich das Foto entgegen. „Wurde Rose getötet?“
Martin wählte seine Worte mit Bedacht. „Das kann ich nicht beweisen. Ich kann aber beweisen, dass ihr Tod Leuten zugutekam, die ohnehin schon Geld und Macht im Unternehmen verteilten. Ich kann auch beweisen, dass Ihr Vater später dabei geholfen hat, bestimmte Akten unter Verschluss zu halten.“Wusste meine Mutter davon?
“Helen? Ja.”
