Keiner von beiden fragte, ob es mir gut ginge.
Während die Sanitäter mir nach draußen halfen, rief Marcus mir nach.
„Mama! Sag ihnen, sie sollen aufhören!“
Ich blickte den Sohn an, den ich einst bei Gewittern getröstet hatte.
„Du hattest zwanzig Minuten“, sagte ich. „Du hast sie schlecht genutzt.“
Im Krankenhaus behandelten die Ärzte eine Rippenverletzung, starke Prellungen und eine leichte Kopfverletzung. Daniel blieb an meiner Seite, während ich ein letztes Dokument unterzeichnete.
Dadurch wurden Marcus und Rachel aus allen verbleibenden persönlichen Treuhandverhältnissen, Versicherungspolicen und Erbschaftsvereinbarungen entfernt.
Zusammen sollten sie einst fast neunhunderttausend Dollar erhalten.
Mit diesen Geldern würde nun ein Familiennotheim unterstützt, das im Namen meines verstorbenen Mannes eingerichtet wurde.
Der Rechtsstreit ging schnell voran, da die Beweislage eindeutig war. Die Kameras hatten aufgezeichnet, wie Marcus mich schubste, Rachel finanzielle Informationen verlangte, die gegenseitigen Drohungen und die gefälschte Vollmacht, die auf dem Esstisch lag.
Marcus’ Gläubiger stellten außerdem fest, dass er in mehreren Kreditanträgen falsche Angaben gemacht hatte. Sein Unternehmen ging innerhalb weniger Wochen bankrott. Später gestand er die Ausbeutung älterer Menschen, versuchten Betrug und Urkundenfälschung. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Rachel behauptete, Marcus habe sie unter Druck gesetzt, doch ihre Nachrichten bewiesen, dass sie die Briefkastenfirmen selbst gegründet hatte. Sie wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, verlor ihre Berufszulassung und wurde zur Übernahme der Anwaltskosten und zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet.
Sechs Monate später stand ich auf dem Hügel und blickte über das Land, wo sich einst der Bauernhof unter der Morgensonne erstreckt hatte.
