„Das soll ich dir glauben?“, fuhr er mich an. „Du bist doch nur ein Hausmeister – ein Niemand.“
Ethan blieb vollkommen gelassen.
„Ich bin zwar nur ein Hausmeister“, erwiderte er, „aber ich kenne Ehrlichkeit. Und Respekt. Ich weiß, dass Anna mehr verdient, als wie eine Schachfigur behandelt zu werden.“
Wut und Verwirrung spiegelten sich im Gesicht meines Vaters.
„Und welches Recht gibt Ihnen, mich über Respekt zu belehren?“
Ethan holte langsam Luft.
„Mein Nachname sagt Ihnen nichts, oder? Was wäre, wenn ich Ihnen sagen würde, dass mein Vater Andrew hieß?“, fragte er leise.
Mein Vater runzelte die Stirn.
„Andrew?“
„Du kanntest ihn mal“, fuhr Ethan fort. „Er war dein Geschäftspartner, bis du ihn rausgeworfen hast. Du hast ihm alles genommen. Vom Firmeninhaber zum Bodenschrubber. Und so bin ich aufgewachsen.“
Der Schock machte sich im Raum breit, als das Gesicht meines Vaters die Farbe verlor.
„Das kann nicht sein … das ist Jahre her“, stammelte er. „Sie sind sein Sohn?“
Ethan nickte.
„Er hat sich nie davon erholt. Aber er hat mich so erzogen, dass ich nicht verbittert bin. Und hier bin ich.“
Mein Vater wandte den Blick ab, seine Schultern wirkten plötzlich schwer.
Dann, zu meiner völligen Überraschung, sank er auf die Knie.
„Andrew… er war mein Freund. Ich war verzweifelt. Es ging entweder um ihn oder um mich, und ich hatte eine Familie. Ich tat, was ich für richtig hielt. Es tut mir leid.“
Zwischen uns herrschte Stille.
Schließlich blickte er mich mit einem Ausdruck an, den ich noch nie zuvor gesehen hatte.
Reue.
