Nach der Beerdigung meines Vaters sagte seine Hospizschwester: „Er bat mich, bis heute zu warten, bevor ich Ihnen erzähle, was in der Nacht, in der Ihre Tochter verschwand, wirklich geschah.“

Er umfasste einfach meine Finger fester mit seinen und ging neben mir her.

Am Grab meines Vaters schmerzte mir jedes Wort, das über seine Güte gesprochen wurde.

Als das letzte Gebet beendet war, blickte Hunter auf unsere ineinander verschränkten Hände hinunter.

„Soll ich fahren?“

Ich nickte.

Als wir vor dem Friedhof standen, streckte Hunter seine Hand aus.

Ich gab ihm die Autoschlüssel, hielt aber den Umschlag weiterhin fest unter meiner Handfläche.

„Du wartest draußen vor Papas Haus.“

“Ich werde.”

Im Haus meines Vaters roch es noch immer leicht nach Zimtbonbons.

Seine Jacke hing dort, wo er sie gelassen hatte.

Seine Lesebrille blieb auf dem Tisch.

Hunter blieb im Flur stehen.

„Soll ich in die Küche kommen?“

“NEIN.”

„Soll ich gehen?“

Ich blickte zur Veranda und dann wieder zu ihm.

„Nein, bleib einfach hier. Bitte, Hunter.“

“In Ordnung.”

Er trat hinaus und ließ die Tür einen Spalt offen.

Ich betrat die Küche.

Abigail hatte an jenem Tisch gesessen und gemalt, als sie am Morgen verschwand.

Ein lilafarbenes Wesen mit sechs Beinen hing noch immer unter einem verblassten Magneten am Kühlschrank.

„Es ist ein Pferd“, hatte sie beharrt.

Papa hatte gelacht.

„Dann ist es das schönste Pferd, das ich je gesehen habe.“

Ich hatte diese Erinnerung einst geliebt.

Nun zog ich den Stuhl hervor, auf dem Dad früher für Abigail Äpfel schälte, weil sie die Schale hasste.

Der Umschlag knisterte zwischen meinen Fingern.

Hunter rief durch die Tür.

„Crystal, soll ich es mit dir zusammen öffnen?“

“NEIN.”