Mir stockte der Atem.
Frank stellte sich zwischen mich und den Vorhang, sein Gesicht war kreidebleich.
Ein zweiter Mann lachte. Auch ihn erkannte ich – Leutnant Evan Price, Daniels Trauzeuge.
Daniel fuhr in einem beiläufigen, bissigen Ton fort: „Denn sobald Oberst Emily Mercer den Gang entlanggeht, ist die Versetzung besiegelt. Ihr Name wird mit meinem in Verbindung gebracht, ihre Sicherheitsfreigabe öffnet Türen, und bis Montag sind diese Beschaffungsakten verschwunden.“
Die Kälte breitete sich durch meine Finger aus.
Evan fragte: „Bist du sicher, dass sie nichts ahnt?“
„Emily?“, kicherte Daniel. „Sie hält Disziplin für dasselbe wie Loyalität. Gib ihr eine gefaltete Flagge, eine saubere Uniform und einen Mann, der oft genug ‚Ehre‘ sagt, und sie glaubt alles.“
Ich ging auf den Vorhang zu, aber Frank packte mein Handgelenk.
Daniel senkte die Stimme. „Nach den Flitterwochen werde ich die Instabilität in den Vordergrund rücken. Stress. Druck von Vorgesetzten. Vielleicht Trauer um ihren Vater. Der Vorstand wird zuhören, wenn ihr eigener Mann sagt, dass sie kompromittiert ist.“
Evan pfiff. „Und der Rüstungsunternehmer?“
„Die erste Hälfte ist bereits verkabelt. Die zweite Hälfte folgt, sobald sie entfernt ist und ich Zugang habe.“
Die Frau, die sich im Spiegel der Umkleidekabine spiegelte, wirkte plötzlich fremd – immer noch geschmückt, immer noch in ihrer Uniform, aber keine Braut mehr.
Frank flüsterte: „Ich habe alles aufgenommen.“
Draußen sagte Daniel: „Wo sind denn jetzt verdammt nochmal meine Manschettenknöpfe von der Hochzeit?“
Ich sah Frank an und blickte dann in meinen eigenen, festen Blick im Spiegel.
„Nein“, flüsterte ich. „Soll er sie finden.“
