Ich nahm meine todkranke Tochter mit ans Meer, um ihr ihren letzten Wunsch zu erfüllen – dann kam der Hotelmanager in unser Zimmer und sagte: „Da ist etwas an dieser Reise, das Sie nicht wissen.“

Teil 1: Sophies einziger Wunsch

An dem Nachmittag, als mir die Ärzte mitteilten, dass meine sechsjährige Tochter möglicherweise weniger als ein Jahr zu leben habe, fühlte sich die pädiatrische Onkologiestation kälter an als je zuvor.

Ich saß regungslos auf einem Plastikstuhl, während Sophie etwas weiter hinten im Flur leise mit ihrem Großvater lachte. Der Arzt hielt ihre Patientenakte an seine Brust und sprach bedächtig.

„Wir können die Behandlung fortsetzen, aber das kann den Krankheitsverlauf möglicherweise nur verlangsamen. Es tut mir sehr leid.“

Ich fragte, ob es noch etwas anderes gäbe, was wir versuchen könnten.

Er versicherte, dass das Ärzteteam alles Mögliche tue, es gäbe zu diesem Zeitpunkt aber keine anderen Optionen.

An diesem Abend saß mein Vater neben Sophies Krankenhausbett und las ihr ihre Lieblingsgeschichte über ein Mädchen vor, das über den Ozean segelte.

„Lies den Teil über das Meer noch einmal, Opa“, sagte Sophie.

Er lächelte und begann die Geschichte von Anfang an.

Sophie hatte das Meer noch nie gesehen. Krankenhäuser, Behandlungsräume und unsere kleine Wohnung waren zu einem Großteil ihrer Welt geworden.