Aus Mitleid heiratet sie einen Sterbenden: Was ihr Anwalt ihr nach der Beerdigung offenbart, wird alles verändern.

Dreimal wöchentlich besuchte Selena Patienten auf der Palliativstation. Die meisten wünschten sich einfache Dinge: eine warme Mahlzeit, saubere Bettwäsche, ruhige Gesellschaft. Carl hingegen wollte Scrabble spielen. Dieses scheinbar unbedeutende Detail sollte der Auslöser für eine der berührendsten Geschichten überhaupt sein – eine Geschichte, die nicht mit der Beerdigung endet, sondern erst am darauffolgenden Abend.

Eine Begegnung, die wie ein Zufall wirkte

Carl war vierzig Jahre alt, unheilbar an Krebs erkrankt und besaß ein Haus voller Bücher. Schon beim ersten Besuch hatte er auf das Spielbrett hingewiesen, noch bevor Selena ihren Mantel ausgezogen hatte. Sie verstanden sich auf Anhieb – mit seinen Pausen, seinem leisen Lachen und seinen intensiven Spielen.

Im Laufe der Wochen hatte Carl sich jede ihrer kleinen Vorlieben eingeprägt. Nicht aus Neugier. Sondern als ob er sie tief in seinem Inneren bereits kannte.

Eines Tages hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht. Neben seinem Tee stand eine kleine Samtschachtel, daneben ein ordentlich gebügeltes blaues Hemd. „Ich weiß, wie das klingen mag“, hatte er mit einem müden Lächeln gesagt. „Aber ich wünsche mir einfach jemanden, der mir in meinem letzten Lebensabschnitt beisteht.“

Selena hatte zugestimmt. Nicht aus Mitleid. Sondern aus etwas, das viel schwerer zu benennen ist.