Früher dachte ich, ich kenne meinen Mann so gut, dass ich nie hinterfragte, warum er jeden Abend verschwand. Rückblickend wünschte ich, ich hätte seine Erklärungen viel früher nicht mehr akzeptiert.
Die Windspiele an unserer Veranda verliehen dem Haus immer eine friedliche Atmosphäre. Dieser Klang wurde für mich zum Inbegriff von Zuhause, von Bob und des ruhigen Lebens, das wir sieben Jahre lang miteinander geteilt hatten. Nachbarn beugten sich oft über den Zaun und sagten, wir seien genau das Paar, das sie sich für eine Zukunft wünschten.
Ich habe ihnen geglaubt.
Jahrelang habe ich nie daran gezweifelt.
Jeden Morgen brachte mir Bob den Kaffee genau so, wie ich ihn mochte – mit zwei Stück Zucker und einem Schuss Sahne. Er vergaß nie den Todestag meines Vaters. Wann immer etwas im Haus repariert werden musste, wie zum Beispiel die Verandalampe, erledigte er das stillschweigend, noch bevor ich ihn darum bitten musste.
Es waren gewöhnliche Gesten, aber zusammen schufen sie die Art von Ehe, die jeder ohne Zögern verteidigen würde.
Dennoch gab es ein Detail, das nie so recht passte.
Jeden Abend, genau um 18:30 Uhr, hörte ich die Autoschlüssel meines Mannes in seiner Hand klimpern.
„Onkel Johns Pfeife ist schon wieder geplatzt“, sagte er, schon auf halbem Weg zur Tür.
„Er ist in der Einfahrt gestürzt.“
„Sein Auto springt nicht an. Du kennst ihn ja.“
Drei Jahre lang sah sich Onkel John jeden Abend aufs Neue mit einem Notfall konfrontiert.
Und anscheinend war Bob der Einzige, der das Problem lösen konnte.
Das Merkwürdige daran war, dass ich Onkel John nie kennengelernt hatte.
Nicht ein einziges Mal.
