Die andere Frau meines Mannes kam an meine Tür und sagte: „Ich bin von ihm schwanger und wir brauchen dieses Haus.“

Ich sagte mir, eine gute Ehefrau gibt ihrem Mann Freiraum.

Ich redete mir ein, der Duft käme aus einem Aufzug, von einem Arbeitskollegen, von der Umarmung eines Kunden.

Ich spülte meine Kaffeetasse aus, strich meine Bluse glatt und nahm meine Handtasche vom Tresen.

Ein Zahnarzttermin um elf. Ein Einkaufszettel, zusammengefaltet in meiner Manteltasche.

Ich spürte eine Schwere in der Brust, die ich nicht benennen konnte, so eine, die sich langsam ausbreitet, wie Staub auf einem Regal, das man nicht mehr beachtet. Ich griff gerade nach dem Türknauf, als es auf der anderen Seite dreimal scharf klopfte.

„Wer ist da?“, rief ich.

Keine Antwort. Nur ein weiteres Klopfen, diesmal ungeduldiger.

Ich redete mir ein, es sei eine Lieferung, und öffnete die Tür.

Die Frau auf meiner Veranda war eine Fremde.

Aber sie kannte meinen Namen.