Die Scheidungspapiere zitterten in meiner Hand, während ich das Gesicht meines Mannes betrachtete. Es war weder Trauer noch Reue, die ihn so angespannt hielten. Er kämpfte einfach nur dagegen an zu lächeln.
Auf der anderen Seite der Marmorinsel fuhr Adrians Geliebte mit einem polierten Fingernagel über den Messingrand einer Pendelleuchte, die ich entworfen hatte.
„Wunderschön“, murmelte Vanessa. „Ich habe dieses Haus schon immer geliebt.“
Ich sah sie an.
Sie trug meinen Morgenmantel.
Adrian räusperte sich.
„Du sagtest, du wolltest, dass das vertraulich behandelt wird, Claire. Das werde ich dir gewähren.“
„Mir geben?“, fragte ich.
Sein Mundwinkel zuckte.
„Die Abfindung ist großzügig. Sie behalten Ihr Studio, Ihr Auto, Ihre persönlichen Konten. Ich behalte das Haus.“
Er sprach sanft, fast gütig, wie ein Mann, der jemandem, den er bereits verurteilt hat, die Gnade erklärt.
Vanessa stieß einen gelangweilten Seufzer aus.
Das Morgenlicht erhellte die Dielenböden aus Weißeiche, die skulpturale Treppe und die Kunstwerke, die ich über fünfzehn Jahre gesammelt hatte. Mein Einfluss war in jedem Raum spürbar, obwohl die Zeitschriften das Haus stets Adrian zugeschrieben hatten.
Immer wenn mich jemand als Designer bezeichnete, korrigierte er ihn mit Vergnügen.
„Meine Frau hat Geschmack“, pflegte er zu sagen. „Ich liefere die Leinwand.“
In Wirklichkeit hatte Adrian außer Selbstvertrauen und Schulden wenig beigetragen.
Ich blätterte zur letzten Seite.
Sein Anwalt hatte eine Klausel hinzugefügt, die ihm „alle Rechte und Interessen, falls vorhanden, im Zusammenhang mit dem ehelichen Wohnsitz“ einräumte.
