Eine Gartenentdeckung, die meine Angst in eine Lektion über Wahrnehmung verwandelte

Ich blickte zurück auf die rote Masse, die da im Dreck lag, völlig unberührt von dem Schrecken, den sie mir noch vor wenigen Augenblicken einjagte. Sie war immer noch schleimig, immer noch rot und roch immer noch nach einem verwesenden Kadaver, aber der Kontext hatte sich gänzlich verändert. Wo ich eine Bedrohung gesehen hatte, sah ich nun einen faszinierenden natürlichen Prozess. Ich kniete nieder, hielt respektvollen Abstand und betrachtete die filigranen Falten ihrer Struktur. Sie war auf ihre Weise wunderschön. Die Angst, die mich ergriffen hatte, galt nicht dem Objekt selbst, sondern meinem eigenen Unwissen. Ich hatte meine Ängste auf einen stillen, unschuldigen Organismus projiziert.

Als ich mit dem Gießen des Gartens fertig war, kehrte ich immer wieder zu dieser Stelle zurück. Der Pilz hatte sich nicht verändert, doch meine gesamte Wahrnehmung davon hatte sich durch die einfache Suche nach Informationen grundlegend gewandelt. Mir wurde klar, dass meine erste Reaktion ein Spiegelbild meiner üblichen Herangehensweise an die Welt war. Wie oft hatte ich schon dieses beklemmende Gefühl in der Brust, diesen Fluchtinstinkt verspürt, nur weil ich auf etwas gestoßen war, das ich nicht sofort verstand? Wir sind darauf konditioniert, das Unbekannte als grundsätzlich gefährlich zu betrachten, das Fremde als potenzielle Bedrohung einzustufen, noch bevor wir es genauer untersucht haben.