„Sie ist vielleicht vor zehn Minuten gegangen“, erklärte Emily und warf einen Blick zum privaten Aufzug. „Blond, groß, cremefarbener Mantel. Sie sagte, Dr. Pierce habe sie gebeten, einige Dokumente aus seinem Büro abzuholen.“
Ich stellte die Lunchtüte langsam auf die Küchentheke.
„Hat sie sich angemeldet?“
“Natürlich.”
Emily drehte das Besucherbuch ein wenig, dann zögerte sie.
„Ich sollte das wohl besser nicht tun –“
„Alles in Ordnung“, sagte ich sanft. „Nathan erzählt mir ständig, dass das Krankenhaus die Sicherheitsvorkehrungen verschärft hat.“
Das Kompliment entspannte sie.
„Sie hat als Frau Pierce unterschrieben“, sagte Emily. „Vorname… Vanessa.“
Vanessa.
Kein Patient.
Kein Kollege.
Kein Name, den Nathan jemals erwähnt hatte.
Ich senkte den Blick und tat so, als würde ich in meiner Handtasche suchen.
In Wirklichkeit beobachtete ich Emilys Spiegelbild im Glas hinter ihr.
Sie hatte begonnen, das Gespräch noch einmal durchzuspielen und wirkte nun nervös.
„Hatte sie eine Genehmigung?“, fragte ich.
„Sie hatte seine Dienstmarke“, flüsterte Emily. „Nicht an einem Schlüsselband. Einfach in der Hand.“
Mein Lächeln blieb unverändert.
Nathan hatte mir drei Tage zuvor erzählt, dass er seinen Ausweis verloren habe.
Ich bedankte mich bei Emily, fuhr mit dem Aufzug in die Verwaltungsetage der Chirurgie und ging direkt zu Nathans Büro.
Seine Assistentin Marjorie war in der Mittagspause nicht da.
Die Bürotür war verschlossen.
Aber die Ehe lehrt einen viele Dinge.
Geburtstage.
Schwächen.
Passwörter.
