Beim zweiten Klingeln meldete sich ein Mann. Seine Stimme war leise und ruhig, fast einstudiert. Er sagte, er wisse, was mit Lily geschehen sei. Wenn wir die Wahrheit erfahren wollten, müssten wir am nächsten Nachmittag vierzigtausend Dollar in bar ins Pine Crest Motel bringen.
Patrick konnte kaum sprechen.
„Geht es ihr gut?“
Der Mann hielt gerade so lange inne, dass die Stille schmerzte.
„Sie lebt.“
Das war alles, was Patrick brauchte.
Er brach mitten im verwüsteten Garten zusammen und umklammerte das Foto. Ich nahm ihn in den Arm, aber auch ich weinte. Wir konnten beide nicht mehr klar denken.
Danach trug Patrick das Foto von Zimmer zu Zimmer, als könnte es verschwinden, wenn er es ablegte. Er sagte, vielleicht sei Lily an diesem Tag entführt worden. Vielleicht habe sie jemand gefunden und festgehalten. Vielleicht habe sie erst vor Kurzem erfahren, wer sie wirklich war.
Ich habe zugehört, weil ich ihm glauben wollte.
Ich habe es meinen Eltern zunächst nicht erzählt. Ich wollte eine Stunde mit meinem Sohn verbringen.
Es dauerte weniger als zwanzig Minuten.
Meine Mutter kam aus dem Garten herein, sah das Foto in Patricks Händen und erstarrte völlig.
„Oh mein Gott“, flüsterte sie.
Mein Vater sagte fast eine ganze Minute lang nichts.
