Mit siebzehn Jahren begann ich mir eine Zukunft mit Ben auszumalen.
Ich habe es nie laut ausgesprochen.
Es waren nur stille Fantasien, während ich meine Hausaufgaben erledigte oder mir vor dem Schlafengehen die Haare bürstete: Ben, Rosie und ich, unsere Leben für immer miteinander verbunden.
Ich glaubte, er hatte sich das auch nur eingebildet.
Weil er so lange auf unserer Veranda verweilte.
Weil er über Rosies Witze lachte, die normalerweise nur ich verstand.
Dann, an einem Sonntag, als ich zweiundzwanzig war, klopfte Ben an unsere Tür.
In seiner Handfläche lag eine kleine Samtbox.
Mein Herz raste so schnell, dass mir fast schwindlig wurde.
„Kann ich mit Rosie sprechen?“, fragte er mich.
Ich starrte ihn an. „Rosie?“
Ohne zu antworten, trat ich beiseite.
Vom Küchenfenster aus beobachtete ich, wie er zwischen den Tomatenpflanzen vor meiner Schwester kniete.
Ich sah, wie ihre Hände zu ihrem Mund flogen.
Ich sah, wie sie so heftig nickte, dass ihre Locken wippten.
In jener Nacht weinte ich in mein Kissen, damit es niemand hörte.
Schreckliche Gedanken schossen mir durch den Kopf, Gedanken, die mich beschämten.
Ben konnte sie unmöglich attraktiver finden als mich.
Er musste noch einen anderen Grund haben, sie zu heiraten.
Im Rückblick schmerzt es, zu wissen, wie nah ich der Wahrheit gekommen bin.
