Ich hatte die Mädchen bei Nick abgesetzt, während ich ein paar Besorgungen erledigte. Als ich zurückkam, stieg Olivia ins Auto und drückte ihren Rucksack fest an die Brust, als wolle sie nichts zerdrücken.
Kaum waren wir zu Hause, öffnete sie es.
Darin befand sich Gabriels braune Segeltuchjacke.
Mein Herz blieb stehen.
Es war dieselbe Jacke, die sie auf dieser Reise getragen hatte. Ich wusste das, weil ich ihr beim Packen geholfen hatte. Damals, als die Polizei die Hütte inventarisierte, fanden sie sie nicht wieder. Ich nahm an, dass sie sie getragen hatte, als sie ins Wasser fiel.
„Woher hast du das?“, fragte ich.
Olivias Augen weiteten sich.
Dann steckte er die Hand in die Tasche.
—Schau mal, was da drin ist.
Er reichte mir ein altes Handy mit schwarzem Bildschirm und einem rissigen roten Gehäuse.
Ich erkannte das Etui sofort wieder. Nick hatte es jahrelang benutzt, bevor er allen erzählte, er hätte es verloren.
Zuhause schloss ich es an und wartete fast eine Stunde, bis sich der Bildschirm einschaltete.
Er hat mich nicht nach einem Passwort gefragt. Entweder hatte Nick nie eins eingerichtet, oder das Telefon war so kaputt, dass er vergessen hatte, wie man Geheimnisse bewahrt.
Meine Hände zitterten schon, bevor ich die Galerie überhaupt geöffnet hatte.
Es gab fast nichts. Keine aktuellen Nachrichten. Keine nützlichen Apps. Keine Anrufliste. Nur ein Foto, aufgenommen am Tag von Gabriels Verschwinden.
Ich öffnete es und hätte beinahe mein Handy fallen lassen.
Gabriel stand im Morgengrauen hinter der Hütte, neben Nicks Lastwagen.
Sie trug die Jacke, die Olivia gefunden hatte.
Es lag nicht in der Nähe des Sees.
Es regnete nicht.
