Der Himmel hinter ihm war blass und klar.
Nick hatte der Polizei erzählt, Gabriel sei früh aufgewacht, ins Wasser gegangen und nach einem Sturm verschwunden. Doch auf dem Foto war kein Sturm zu sehen, und Gabriel starrte mit einem angespannten Ausdruck in die Kamera, der mir ein flaues Gefühl im Magen bereitete.
Dann habe ich das Bild vergrößert.
Sie hielt einen Umschlag fest an ihre Brust gepresst.
Mein Name stand in Großbuchstaben auf der Vorderseite: Gabriel.
Der Umschlag ist nie angekommen.
Ich wäre beinahe direkt zu Nicks Haus gefahren. Ich wollte…
Ich knallte den Hörer auf den Tisch und verlangte, dass er mir sagte, wo mein Mann war. Doch die Jacke und das Handy verrieten etwas Wichtiges. Nick hatte die Dinge nicht sorgfältig versteckt. Er hatte sie hastig versteckt. Wie jemand in Panik. Wie jemand, der Beweismittel in einen Container in der Garage stopft und sich dann nicht mehr damit auseinandersetzen kann.
Das machte ihn gefährlich, aber auch unvorsichtig.
Also schwieg ich und begann, den Morgen selbst wieder zusammenzusetzen.
Zuerst habe ich die Wetterberichte für die Stadt in der Nähe der Hütte überprüft.
Klar im Morgengrauen.
Am späten Vormittag ziehen Wolken auf.
Sturmwarnungen werden erst am Nachmittag ausgegeben.
Ich starrte auf den Bildschirm, bis die Worte verschwammen. Ein Jahr lang hatten mir die Leute erzählt, der Sturm hätte ihn mitgenommen. Nun war der Sturm das Erste, was ihn zurückbrachte.
Dann suchte ich nach der letzten Nachricht, die Gabriel vor dem Verbindungsabbruch gesendet hatte.
„Ich bin am Sonntag wieder da. Versprochen.“
Anschließend fuhr ich zum Büro des Hüttenvermieters.
Die Rezeptionistin hörte zu, als ich erklärte, dass Gabriels vermisste Jacke gerade in Nicks Garage aufgetaucht war. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich, als ich das alte Telefon und das Foto erwähnte.
