Ich fragte, ob sie noch Aufzeichnungen über die Zugangscodes von jenem Wochenende aufbewahrten.
Er sagte ja, aber dass er sie mir ohne polizeiliche Genehmigung nicht aushändigen könne.
Das hat mich frustriert, aber es bedeutete auch, dass die Aufzeichnungen existierten.
Ich bin direkt zum Sheriffbüro gefahren.
Der Agent, der mir geholfen hatte, war im Vorjahr freundlich gewesen, aber mit dieser müden Freundlichkeit, die sich einstellt, wenn man glaubt, nichts mehr aufzudecken. Ich legte meine Jacke, mein Handy und einen Ausdruck des Fotos auf seinen Schreibtisch.
Das veränderte seinen Gesichtsausdruck.
Ich habe ihm auch den Wetterbericht gezeigt.
Dann sagte ich ihm, dass das Vermietungsbüro Check-in-Aufzeichnungen führe.
Während ich zuhörte, rief er mich von seinem Schreibtisch aus an.
Als er die Unterlagen erhielt, las er sie zweimal.
Nick hatte gesagt, er habe bis nach dem Einsetzen des Sturms geschlafen.
Er hatte gesagt, Gabriel sei vor Tagesanbruch allein aufgebrochen und nie zurückgekehrt.
Doch jemand benutzte den Türcode zweimal während der Zeit, in der er angeblich schlief.
Das war das zweite Warnsignal.
Auf dem Heimweg hörte ich immer wieder Gabriels Stimme von der Woche vor der Reise.
Also habe ich in jener Nacht, nachdem die Mädchen eingeschlafen waren, Gabriels Schreibtisch überprüft.
Ganz unten in einer Schublade, in einem Angelhandbuch, fand ich eine Karte voller Zahlen.
Darlehensbeträge.
Termine.
Nicks Name wurde immer und immer wieder daneben geschrieben.
Der älteste Betrag stammte von vor sechs Jahren.
Die letzte Aufnahme stammte aus den drei Monaten vor Gabriels Verschwinden.
Einige hatten ein Häkchen.
Neben dem größeren Betrag hatte Gabriel geschrieben: „Nicht mehr.“
Die Wahrheit kam auf eine hässliche, aber alltägliche Weise ans Licht. Nick hatte sich jahrelang Geld von Gabriel geliehen. Gabriel hatte ihm geholfen, ihn gedeckt und wahrscheinlich auch für ihn gelogen. Dann bat Nick um mehr, und dieses Mal weigerte sich Gabriel. Das Wochenende war seine letzte Chance gewesen, ihn umzustimmen.
