Teil 2: Die Falle im Krankenhaus
Ich verließ das Haus durch die Hintertür und kontaktierte Lauren Davis, meine ehemalige Studienfreundin und Anwältin, die sich auf Erbschaftsbetrug spezialisiert hat.
Adrian hatte mich drei Jahre zuvor von Lauren isoliert. Ich glaubte, ihr sei unsere Freundschaft egal geworden.
Die Wahrheit sah ganz anders aus.
„Er ist ans Telefon gegangen“, erklärte Lauren. „Er hat mir gesagt, dass du mich nie wieder sehen wolltest.“
Sie verriet außerdem, dass Adrian zuvor ihre Anwaltskanzlei aufgesucht und Fragen zur Anfechtung von Testamenten und zur Feststellung der Geschäftsunfähigkeit älterer Verwandter gestellt hatte.
Lauren vereinbarte ein Treffen mit Detective Robert Hayes von der Abteilung für Finanzkriminalität des Chicago Police Department.
Hayes ermittelte bereits gegen Onkel Arthur wegen verdächtiger Finanztransaktionen älterer Klienten. Dann erzählte er mir etwas noch viel Beunruhigenderes.
Acht Tage vor seinem Schlaganfall hatte mein Vater Kontakt zu ihm aufgenommen.
Victor hatte herausgefunden, dass Adrian über gefälschte ausländische Lieferanten mehr als eine Million Dollar von seinem Logistikunternehmen gestohlen hatte. Ihm war auch klar geworden, dass Adrian mich observierte.
Mein Vater hatte vor seinem Schlaganfall Warnzeichen bemerkt, doch anstatt sofort ins Krankenhaus zu fahren, sammelte er tagelang Dokumente und Beweise. Er fürchtete, mich in Gefahr zu bringen, wenn er Adrian zu früh konfrontieren würde.
