Mein Vater schenkte meinem Bruder ein Auto und verlangte dann beim selben Abendessen Miete von mir.

TEIL 3 – DAS LEBEN, DAS MIR ENDLICH GEHÖRTE

Am nächsten Tag fand ich ein winziges Studio-Apartment mit einem einzigen Fenster zur Backsteinmauer. Ich unterschrieb den Mietvertrag, zahlte die Kaution und hielt die schlichten Messingschlüssel in der Hand. Sie glänzten nicht wie Ryans Autoschlüssel, aber sie fühlten sich besser an. Sie vermittelten ein Gefühl von Freiheit. Ich zog ein mit einer Luftmatratze, einer Decke und einem Erdnussbutterbrot zum Abendessen. Es war die einfachste Mahlzeit meines Lebens, aber sie schmeckte friedlich.

Die Nachrichten rissen nicht ab, mal voller Verwirrung, mal voller Wut. Ich schickte eine letzte SMS, in der ich sie bat, nicht mehr zu meinem Arbeitsplatz zu kommen oder meine Freunde zu kontaktieren, und blockierte dann ihre Nummern. Am Montag ging ich in meinem besten Blazer zur Arbeit und gab mich normal. Die Arbeit fühlte sich sicher an. Die Tabellenkalkulationen schrien nicht mehr. Die Daten machten keine Unterschiede. Ich blieb jeden Abend lange, weil mir die Wohnung immer noch zu still vorkam, aber langsam hörte die Stille auf, sich leer anzufühlen, und begann, sich wie meine eigene anzufühlen.

Zwei Wochen später meldete sich Ryan über das Handy eines Freundes und bat mich inständig um ein Treffen. Im Café wirkte er müde und verängstigt. Mein Vater verlangte nun Miete von ihm, weil ich weg war, und sein Job drohte zu scheitern, da er ohne mich keine Berichte schreiben konnte. Er zog einen Stapel Papier hervor und fragte: