„Ich mache den Jungs keine Vorwürfe. Carter bringt die halbe Nachbarschaft mit, lässt alles hinter sich und tut so, als wäre ich bei ihm angestellt.“
„Er hat zu kämpfen.“
„Dann kann er immer noch eine SMS schicken und um Erlaubnis bitten.“
Sarah lehnte sich an die Küchentheke.
„Du weißt doch, wie defensiv er dann ist.“
„Seine Abwehrhaltung ist keine Regel im Haushalt.“
Sie sah erschöpft aus.
„Bitte zwingt mich nicht, zwischen euch beiden zu wählen.“
„Ich bitte Sie, eine Grenze in unserem Zuhause zu unterstützen.“
Für Sarah hatten diese Aussagen unterschiedliche Bedeutungen.
Ihr Leben lang hatte sie die Wutausbrüche ihres Vaters und Bruders im Zaum gehalten. Frieden zu wahren bedeutete für sie, ihr Verhalten zu ändern, bevor einer der beiden seins ändern musste.
Joseph unterstützte diese Regelung.
Er war ein pensionierter Autoverkäufer, der zu laut sprach, zu viel Parfüm trug und jedes Gespräch wie ein Geschäft behandelte, das er unbedingt abschließen wollte. Er bezeichnete sich immer noch als Familienoberhaupt, selbst nachdem alle drei seiner erwachsenen Kinder eigene Wohnungen hatten.
Sarahs Mutter, Martha, schützte ihn vor Widerspruch.
Sie verteidigte Carter noch vehementer.
Laut Martha verlor Carter nie seinen Job. Er geriet lediglich an Vorgesetzte, die Eigeninitiative nicht erkannten. Seine gescheiterten Geschäftsvorhaben waren keine Fehlschläge, sondern vielversprechende Ideen, die durch ungünstige Umstände zunichtegemacht wurden.
Bei den Sonntagsmahlzeiten lobte Joseph Carter dafür, dass er ein eifriger Geschäftsmann sei.
Dieses Wort entschuldigte fast alles.
Seine ständig wechselnden Jobs.
Seine unbezahlten Schulden.
Seine impulsiven Ausgaben.
Seine Unfähigkeit, normale Grenzen zu akzeptieren.
Zwei Wochen nachdem ich Sarah gebeten hatte, Regeln für den Pool aufzustellen, aßen wir bei ihren Eltern zu Abend.
Carter verbrachte den größten Teil des Essens damit, einen Streit mit seinem Vorgesetzten zu schildern. Er sagte, er habe eine Besprechung verlassen, nachdem er „respektlos behandelt“ worden sei.
Joseph hob sein Glas.
