Meine Stieftochter, die mich immer verachtet hat, kam mit Zwillingsbabys zurück und bettelte mich an, sie aufzunehmen – was ich sie in der Werkstatt meines Mannes ertappte, verschlug mir die Sprache.

Teil 1:

Früher dachte ich, Liebe bedeute, zu bleiben, selbst wenn der geliebte Mensch einen immer wieder zurückweist. Doch jetzt, im Rückblick, verstehe ich, dass der schmerzhafteste Teil meiner Geschichte nicht die Zurückweisung war. Es war der Moment, als mir klar wurde, dass mir jahrelang eine Wahrheit verborgen geblieben war.

Als ich David heiratete, wusste ich, dass unsere Ehe etwas mit sich brachte, in das ich nicht einfach so hineingehen konnte. Ich musste mir einen Platz im Leben seiner Tochter verdienen.

Emily war dreizehn, als ich ihre Stiefmutter wurde. Zwei Jahre zuvor hatte sie ihre Mutter an Krebs verloren, und die Trauer hatte eine Mauer um sie errichtet, die ich nicht überwinden konnte. Ich redete mir ein, geduldig zu sein. Ich redete mir ein, dass sie mich irgendwann an sich heranlassen würde, wenn ich sie nur lange genug und sanft genug liebte.

Also habe ich es versucht.

Ich packte ihr die Lunchpakete und steckte ihr kleine Zettel in die Servietten. Ich nähte bis spät in die Nacht Kostüme, wenn ihr in letzter Minute Schulveranstaltungen einfielen. Ich fuhr sie zum Tanzunterricht, sah mir ihre Aufführungen an, kaufte ihr die Dinge, nach denen sie sich nicht traute zu fragen, und feuerte sie an, als wäre sie mein eigenes Kind.

Emily sorgte aber dafür, dass ich genau wusste, woran ich war.

Eines Nachmittags, während sie mit ausdruckslosem Gesicht in einer Schüssel Müsli rührte, sagte sie: „Ich bin nur nett zu dir, weil Papa es mir sagt.“

Ich zwang mir ein kleines Lächeln ab.

„Schon gut, Em“, sagte ich. „Du musst nichts vorspielen. Du musst nur ehrlich sein.“

Sie sah mich direkt an.

„Na schön. Dann bist du ehrlich gesagt nur ein Ersatz.“

Dieses Wort ist mir im Gedächtnis geblieben.

Ersatz.