Als ich endlich das Wartezimmer betrat, saß Emily allein in der Ecke, die Knie an die Brust gezogen. Ihre Augen waren rot, aber ihr Gesichtsausdruck war verschlossen.
Ich wollte sie fragen. Ich wollte ihr erzählen, was ihr Vater gesagt hatte.
Doch irgendetwas in ihrem Gesichtsausdruck hielt mich inne.
Am nächsten Morgen, nachdem wir David begraben hatten, wachte ich vom Geräusch von Reißverschlüssen auf.
Ich ging im Morgenmantel den Flur entlang, noch immer wie betäubt vom Weinen in Davids Kissen die ganze Nacht. Emilys Zimmertür stand offen.
Zwei Koffer standen auf ihrem Bett, eine Reisetasche zu ihren Füßen. Sie war achtzehn, ganz in Schwarz gekleidet, ihr Kiefer angespannt und ihr Blick leer.
„Emily, Liebes“, sagte ich vorsichtig. „Was machst du da?“
„Wie sieht es aus?“
„Schatz, wir haben ihn gerade verloren. Bitte, lass uns zusammensetzen und reden.“
„Es gibt kein ‚Wir‘“, sagte sie und schloss den Reißverschluss der Tasche. „Es gab nie eins.“
