Mitten in der pompösen Hochzeit meiner Schwägerin im Weinberg platzte meine Fruchtblase und durchnässte den Marmorboden unter meinen Füßen. „Bitte – rufen Sie einen Krankenwagen!“, keuchte ich, doch meine Schwiegermutter zerrte mich eilig in ein nahegelegenes Badezimmer und schloss die Tür hinter mir. „Dieses Baby wird ihr nicht die Show stehlen!“, zischte sie.

TEIL 2

Die Musik draußen wurde lauter, während ich auf dem Badezimmerboden eine weitere Wehe veratmete.

Jemand hat den Griff ausprobiert.

„Claire?“, rief Celeste. „Mama sagt, du hättest etwas verschüttet.“

„Meine Fruchtblase ist geplatzt. Mach die Tür auf.“

Es folgte Stille.

Dann lachte sie leise.

„Natürlich hast du dich für heute entschieden.“

Ich hörte Victoria flüstern: „Der Krankenwagen wird mit Sirene fahren. Sag dem Personal, dass sie betrunken ist.“

Mein Griff um das Telefon verstärkte sich.

Mara blieb über eine verschlüsselte offene Leitung verbunden und zeichnete jedes Wort auf.

Celeste erhob ihre Stimme.

„Du warst schon immer eifersüchtig auf mich.“

Ich hätte beinahe gelächelt.

Auch dann brauchten sie ein Publikum.

„Ich habe Wehen“, sagte ich. „Das ist Ihre letzte Chance, die Tür aufzuschließen.“

Victoria antwortete: „Drohen Sie uns nicht in unserem eigenen Weinberg.“

Dieser Satz war wichtig.

Der Weinberg gehörte ihnen rechtlich nicht.

Drei Jahre zuvor war Bellacourt beinahe an seinen Schulden zusammengebrochen.

Victoria überredete mich, das Anwesen in einen Umstrukturierungstreuhandfonds einzubringen, da dies das Familienerbe bewahren würde.

Sie hat die maßgeblichen Dokumente nie gelesen.

Ich hatte das Rettungskapital durch eine private Erbschaft meiner Mutter beigesteuert.

Im Gegenzug ermächtigte mich das Treuhandverhältnis, Führungskräfte wegen Betrugs, kriminellen Verhaltens oder rücksichtsloser Gefährdung zu entlassen.

Sie glaubten, das Geld stamme von Evan.