Man sagt oft, die Zeit heilt alle Wunden. Doch manche Verluste verschwinden nie ganz – sie lernen einfach, still in einer Ecke unseres Herzens mit uns zu leben. Gia und Leila wissen das besser als jeder andere. Seit dem Tod ihrer Schwester Nora ist etwas zwischen ihnen zerbrochen. Bis zu jenem Morgen ihres 21. Geburtstags, als ihre Mutter mit zitternden Händen und einer kleinen Holzkiste an der Brust ins Zimmer kam.
Es waren drei, und dann zwei.
Gia, Leila und Nora. Drei Drillingsschwestern, unzertrennlich, laut und lebhaft. Nora war als Erste angekommen – nur sieben kurze Minuten vor den anderen – und sie ließ es auch jeden spüren.
„Ich bin die Älteste, also entscheide ich.“ „Sieben Minuten zählen nicht“, protestierte Leila. „Es zählt, wenn man zu spät kommt“, erwiderte Nora mit einem verschmitzten Lächeln.
