Sie verließ ihr Elternhaus mit 11 Jahren, hinterließ aber eine Schachtel, die mit 21 geöffnet werden sollte: das Geschenk, das alles veränderte.

Das Haus war erfüllt von Lachen, Kissenschlachten und Kreidezeichnungen an den Wänden. Nora war der Mittelpunkt des Trios: Sie schlichtete Streitigkeiten, bewahrte Leilas Lieblingssüßigkeiten geheim und kuschelte sich in stürmischen Nächten unter die Decke, um zu verkünden, dass eine gute Anführerin alle beschützt. Sie war noch nicht einmal zehn Jahre alt. Und doch strahlte sie.

Dann fingen die Erwachsenen an zu flüstern. Und Nora, so klug sie war, verstand alles, noch bevor jemand etwas erklären konnte. Die Krankenhauseinweisungen rissen nicht ab. Der Geruch von Desinfektionsmittel. Das grelle Neonlicht. Die kleinen Aufkleber mit den kleinen Figuren an den Wänden – ein rührender Versuch, den Ort weniger beängstigend zu gestalten. Selbst in diesem viel zu großen Bett fand Nora die Kraft, sie zum Lachen zu bringen: „Hört auf, so ein Gesicht zu machen, ihr seht echt komisch aus, wenn ihr euch Sorgen macht.“

Sie ging mit elf Jahren. Und mit ihr starb etwas im Haus.