Nicht etwa, weil es ihn freisprach, sondern weil es das erste wahrheitsgemäße Wort war, das jemand aus Daniels Umfeld an diesem Morgen gesagt hatte.
Die nächste Stunde verging mit unerbittlicher Klarheit.
Frank händigte die Aufnahme aus. Die Beamten versiegelten Daniels Umschlag in einem Beweismittelbeutel. Ich gab im hinteren Teil des Ladens eine erste Aussage ab, während ich noch die Jacke trug, deren Ärmel mit Schneiderkreide markiert war.
Gegen Mittag wurde Daniel in Gewahrsam genommen, die Ermittlungen dauerten an. Evan kooperierte mit den Behörden. Frank hatte den Laden abgeschlossen und das Schild auf „GESCHLOSSEN“ gestellt.
Ich saß allein in meinem Auto hinter dem Gebäude und starrte auf den weißen Kleidersack, der an einem Haken über dem Beifahrersitz hing.
Mein Brautkleid war drinnen.
Ich bewegte mich mehrere Minuten lang nicht.
Dann fing mein Handy an zu vibrieren.
Meine Mutter.
Meine Trauzeugin.
Mein Adjutant.
Der Veranstaltungsleiter.
Daniels Schwester.
Der Kaplan.
Ich habe jeden Anruf ignoriert.
Als Erstes kontaktierte ich Major Karen Holt, meine stellvertretende Kommandeurin und die zuverlässigste Person, die ich kannte.
„Gnädige Frau?“, antwortete sie. „Ist alles in Ordnung?“
„Nein“, sagte ich. Meine Stimme war beherrscht, was aber nicht bedeutete, dass ich es war. „Ich brauche Ihre Benachrichtigung der Rechtsabteilung, der Kriminalpolizei und des Brigadekommandeurs. Hauptmann Whitaker wurde festgenommen.“
Die Pause dauerte weniger als eine Sekunde.
Dann sagte Karen: „Verstanden. Sind Sie körperlich in Sicherheit?“
“Ja.”
“Bist du allein?”
“Ja.”
„Bleib, wo du bist. Ich komme.“
„Ich kann Auto fahren.“
„Das war nicht meine Frage, Ma’am.“
Ich schloss die Augen. „Verstanden.“
