Wie man Mücken loswird

Danach schrieb sie in einem ihrer Briefe, dass sie endgültig akzeptiert habe, dass ich glücklich sei.

Ich lachte bitter.

„Elise ist gegangen, weil ich Cara nicht gehen lassen konnte.“

Mara sah mich an.

„Cara wusste das nie.“

Bei Einbruch der Dunkelheit hatten wir unseren alten Hochschulcampus erreicht.

Das Begehen dieser Wege fühlte sich fast unerträglich an.

In jedem Gebäude wohnte eine jüngere Version von uns.

Die Bibliothek.

Unser Wohnheim.

Das Studentenzentrum.

Schließlich blieb Mara vor dem alten Gewächshaus stehen.

Ich erinnere mich an Cara, neunzehn Jahre alt, mit Schmutz an der Wange, die mir zwischen Tomatenreihen zum ersten Mal ihre Liebe gestand.

Mara zeigte auf die Backsteinmauer.

„Sie hat hier etwas zurückgelassen.“

Ein Ziegelstein lag lose.

Ich erinnerte mich sofort daran.

Wir hatten dort einmal Ersatzschlüssel für das Studentenwohnheim versteckt.

Dahinter stand eine kleine Dose, eingewickelt in verblichenen Stoff.

Im Inneren befand sich ein Ultraschallbild.

Seine Ränder waren weich abgenutzt.

Meine Hände begannen zu zittern.

Darunter befand sich Caras letzter Brief.

Sie schrieb, dass sie mich nicht um Vergebung bitte.

Sie glaubte nicht, dass fünf Tage Ehe zehn Jahre Schweigen aufwiegen könnten.

Dann erklärte sie, warum sie zurückgekehrt war.

Ihre Diagnose hatte sie gezwungen, sich der Wahrheit zu stellen.

Jahrelang hatte die Angst jede wichtige Entscheidung für sie bestimmt.