Acht Jahre lang habe ich den Rasen meiner betagten Nachbarin gemäht – nach ihrer Beerdigung übergab mir ihr Anwalt einen versiegelten Umschlag und sagte: „Sie wusste, dass dieser Ihnen gehörte.“

Am ersten Samstag nach Theresas Tod wuchs ihr Rasen weiter, ihre Veranda blieb verlassen, und kein Wasserkocher pfiff durch das offene Küchenfenster. Dann drückte mir ihr Anwalt einen versiegelten Umschlag in die Hand, und ich spürte, wie sich etwas Kleines und Festes darin bewegte.

Ich stand in meiner Einfahrt und umklammerte den roten Griff meines Rasenmähers, als mir die schmerzhafte Wahrheit schließlich bewusst wurde.

Theresas Rasen war nicht mehr mein Rasenmäher.

Es gab keinen Platz mehr, um den Rasenmäher zu schieben.

Auf der anderen Seite der schmalen Auffahrt hing ihre Verandaschaukel regungslos.

Keine geblümte Schürze.

Keine beschädigte blaue Teekanne.

Keine vertraute Stimme, die ruft: „Wage es ja nicht, ohne Frühstück anzufangen.“

Die Fliegengittertür hinter mir quietschte auf.

Meine achtjährige Tochter Fanny kam in ihrem lila Schlafanzug nach draußen. Sie hatte bereits gelernt, dass es Zeiten gibt, in denen Erwachsene leise sprechen müssen.

„Papa“, fragte sie, „vergibst du immer noch?“

Ich blickte in Richtung Theresas Garten.

Das Gras war nur wenig gewachsen. Eine Handvoll gelber Löwenzahnblüten zierten den Bereich neben dem Briefkasten, und die Blumenbeete lagen in der Morgensonne, als ob jeden Moment jemand heraustreten und sich für seine Verspätung entschuldigen könnte.

„Manchmal, Liebling“, antwortete ich.

Fanny stieg eine Stufe hinunter.

„Besonders samstags?“

Ich nickte.

Acht Jahre zuvor war Theresa nebenan angekommen, mit drei Pappkartons, einem grünen Koffer und einem gerahmten Foto, das sie sorgsam an ihre Brust drückte.

Sie war vierundsiebzig Jahre alt.

Ihr Ehemann Harold war erst wenige Monate zuvor gestorben.

Anfangs kannte ich sie kaum. Mir fielen die mit winzigen Erdbeeren bedeckten Gartenhandschuhe auf, die Sonnenblumen, die sie entlang des Gartenzauns gepflanzt hatte, und ihre Angewohnheit, jeden anzulächeln, bevor sie noch eine Frage stellte, um das Gespräch am Laufen zu halten.

„Wie geht es den Kindern?“

„Haben Olive die Tomaten gemocht?“