Vanessa schaute weg.
Das war Antwort genug.
Patrick starrte seine Frau an. „Du hast mir gesagt, du hättest nur einmal von ihm gehört.“
„Ich habe nur einmal etwas von ihm gehört“, sagte Vanessa schnell. „Er hat mich angerufen. Ich habe ihm nicht geholfen.“
„Du hast ihm Informationen gegeben“, sagte ich. „Vielleicht, weil du wütend auf Claire warst. Vielleicht, weil du dachtest, Mark hätte eine Chance verdient. Vielleicht, weil du beweisen wolltest, dass ich nur vorübergehend da bin. Ich weiß es nicht. Aber danach haben sich unsere Anwaltskosten verdoppelt, Lily musste mit einer Kinderschutzbeauftragten sprechen, und Owen hat einen Monat lang nicht mehr in seinem Zimmer geschlafen.“
Owens Finger umklammerten meine fester.
Claire holte tief Luft und sah Vanessa mit einem Ausdruck an, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Es war keine Wut. Wut wäre einfacher gewesen. Es war die kalte Klarheit einer Person, die endlich eine Last ablegte, die sie viel zu lange mit sich herumgetragen hatte.
„Du hast mich glauben lassen, es sei meine Schuld“, sagte Claire.
Vanessas Gesichtsausdruck veränderte sich. Einen Augenblick lang bröckelte ihre Abwehrhaltung, und Panik trat zutage. „Ich wusste nicht, dass es so weit kommen würde.“
Niemand sprach.
Der Satz hing dort, schlicht und hässlich.
Margaret setzte sich langsam hin, als ob ihre Knie nachgegeben hätten. Claires Cousine Erica führte die Kinder sanft zur Veranda und flüsterte etwas von Limonade. Lily wehrte sich, aber ich nickte ihr zu.
„Schon gut“, sagte ich. „Geh kurz zu Erica.“
Sie musterte mein Gesicht. „Gehst du?“
Die Frage schmerzte mehr als die Ohrfeige.
„Nein, Liebling“, sagte ich. „Ich gehe nirgendwo hin.“
Erst dann ließ sie Erica sie und Owen ins Haus führen.
Als die Glasschiebetür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, wandte sich Claire wieder ihrer Schwester zu. „Du musst etwas verstehen. Daniel hat niemanden ersetzt. Er wurde der Vater, den meine Kinder brauchten, weil der Mann, der sie mitgezeugt hat, sich dagegen entschieden hat. Und du hast ihn dafür bestraft, weil es dir unangenehm war.“
Vanessa verschränkte die Arme, doch ihr Selbstvertrauen war dahin. „Ich habe einen Fehler gemacht.“
„Du hast Entscheidungen getroffen“, sagte Claire. „Immer wieder.“
Patrick rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht. „Vanessa, wusstest du, dass Mark sie um Geld gebeten hat?“
Sie antwortete nicht.
