Eine unverschämte Frau machte sich am Pool über mich lustig und meinte, ich solle mich schämen, in meinem Alter einen Badeanzug zu tragen – was meine 6-jährige Enkelin daraufhin tat, ließ sie erzittern.v

Dann fragte Amelia: „Können wir passende Badeanzüge bekommen?“

Ich lachte. „Passende Badeanzüge?“

Das hat mich überzeugt.

Ich bestellte zwei schlichte blaue Kostüme mit weißem Besatz. Ihres hatte kleine Rüschen an den Schultern. Meins war schlicht und bedeckte den ganzen Körper. Als sie ankamen, hielt Amelia sie hoch und rief: „Perfekt!“

„Perfekt wofür?“, fragte ich.

Am Morgen ihres Geburtstags half sie mir, Handtücher, Sonnencreme und zwei Saftpackungen einzupacken, die sie „Notfallsaft“ nannte.

Als wir im Resort ankamen, hüpfte sie fast vor Aufregung. Es war viel schöner als alle Orte, an die ich sie sonst mitnahm.

Weiße Regenschirme.

Makellose Liegestühle.

Frauen in eleganten Strandkleidern, die Markentaschen tragen.

In der Nähe des Eingangs wies ein Schild darauf hin, dass das Resort an diesem Nachmittag gemeinsam mit einem lokalen Lifestyle-Unternehmen eine Veranstaltung für Familien ausrichtete.

Mir fiel das alles auf, weil ich mich dadurch plötzlich intensiv meiner selbst bewusst wurde.

Mein Alter.

Mein begrenztes Budget.

Wie sorgsam hatte ich gespart, um mir einen Tag dort leisten zu können.

Amelia drückte meine Hand.

„Wir gehören auch hierher“, sagte sie.

Ich blickte zu ihr hinunter und lächelte. „Ja, das tun wir.“

Wir zogen uns um, suchten uns unsere Stühle und gingen direkt ins Becken.

Eine Zeit lang war der Tag perfekt. Amelia spritzte mich nass. Ich spritzte sie zurück. Sie legte ihre Arme um meinen Hals und flüsterte: „Der beste Geburtstag aller Zeiten.“