Teil 1: Fünf Minuten
Im Jahr 1985 küsste mich mein Highschool-Schwarm auf dem Abschlussball auf die Stirn und versprach, in fünf Minuten zurück zu sein.
Ich habe ihn nie wieder gesehen.
Vierzig Jahre später legte mir ein achtjähriges Mädchen seine vermisste Ansteckblume in die Hände und flüsterte: „Die gehört zu dir.“
Jeden Frühling tauchten in der Cafeteria der Grundschule, in der ich jahrzehntelang gearbeitet hatte, Dekorationen für den Abschlussball auf.
Eines Morgens fragte mich eine junge Lehrerin, ob ich jemals auf einem Abschlussball gewesen sei.
„Einmal“, antwortete ich.
Dann fragte sie, wie mein Date gewesen war.
Ich wich der Frage aus, aber die Erinnerungen verfolgten mich bis nach Hause.
In meiner Kommode im Schlafzimmer stand eine Zedernholzkiste mit einem verblassten Handgelenkschmuck. Michael hatte ihn mir am Abschlussball geschenkt.
„Ich behalte meine Ansteckblume, und du behältst dein Korsagensträußchen“, hatte er gesagt. „Wenn wir alt sind, werden wir sehen, welche Blume länger hält.“
