Ich habe nach dem spurlosen Verschwinden meines Highschool-Schatzes am Abschlussball 1985 nie wieder geheiratet oder mit einem anderen Mann getanzt – letzte Woche überreichte mir ein kleines Mädchen seine Ansteckblume vom Abschlussball.

Teil 2: Die fehlende Blume

Das Leben ging weiter, doch meine Zukunft ähnelte nicht mehr der, die Michael und ich geplant hatten.

Die Hochzeitseinladungen kamen an. Ich besuchte eine Zeremonie, lächelte für die Fotos und verschwand vor dem ersten Tanz. Danach ging ich nicht mehr hin.

Irgendwann hörten die Leute auf, mich jemandem Neues vorzustellen.

Ich fand eine Aushilfsstelle in der Cafeteria einer Grundschule. Aus dieser Aushilfsstelle wurden irgendwie vierzig Jahre.

Die Kinder gaben meinem Leben Sinn. Ihre kleinen Probleme halfen mir, Teile von mir zu heilen, von denen ich dachte, sie würden für immer zerbrochen bleiben.

Doch jeden Frühling öffnete ich die Zedernholzkiste.

Mein Blumenstrauß war noch da.

Michaels Ansteckblume war es nicht.

Diese fehlende Blume fühlte sich an wie das letzte Wort eines Satzes, den ich nie beenden durfte.

Dann, an einem Donnerstag, verließ ein Mädchen aus der zweiten Klasse namens Tori die Schlange zum Mittagessen.

Ohne ein Wort zu sagen, legte sie mir eine alte weiße Rosen-Boutonnière in die Handfläche.

„Es muss mit dir sein“, flüsterte sie.

Dann kehrte sie zu ihren Klassenkameraden zurück.

Die Blume passte perfekt zu meinem Blumenstrauß.

Meine Knie gaben nach, und ich landete auf dem Cafeteriaboden. Die Schulkrankenschwester wollte, dass ich mich ausruhe, aber nach vierzig Jahren weigerte ich mich.

Als das Mittagessen beendet war, erschien eine junge Frau in der Tür.

„Mein Name ist Rebecca“, sagte sie. „Ich bin Toris Mutter.“

Sie trug eine alte Keksdose bei sich. Darin befanden sich ein gefaltetes Taschentuch und mehrere handgeschriebene Seiten.

Rebecca erklärte, dass ihre Großmutter die Ansteckblume aufbewahrt und aufgeschrieben hatte, was in der Abschlussballnacht geschehen war, bevor sie drei Monate zuvor gestorben war.

Ihre Großmutter war mit ihrer Tochter bei starkem Regen auf dem Heimweg, als der Wagen über das Geländer der Miller Bridge ins Schleudern geriet, durchbrach und eine Böschung hinunterrollte.

Sie war gefangen. Ihr kleines Mädchen weinte.

Dann kletterte ein achtzehnjähriger Junge im Smoking auf sie zu.

Bevor Rebecca seinen Namen nannte, wusste ich ihn bereits.