Ich nahm meine todkranke Tochter mit ans Meer, um ihr ihren letzten Wunsch zu erfüllen – dann kam der Hotelmanager in unser Zimmer und sagte: „Da ist etwas an dieser Reise, das Sie nicht wissen.“

Teil 2: Die Box im Hotel

Sobald wir das Flughafengelände verließen, umfing uns die salzige Luft.

Sophie packte meinen Ärmel.

„Mama, ich kann es riechen! Opa hatte Recht!“

Während der Fahrt zu unserem Hotel griff ich immer wieder nach meinem Handy, weil ich meinem Vater mitteilen wollte, dass wir angekommen waren.

Jedes Mal erinnerte ich mich daran, dass er niemals antworten würde.

Am Empfang beugte sich die Frau hinter dem Tresen zu Sophie vor.

„Und wer ist dieser reizende Gast?“

„Ich bin Sophie. Ich bin gekommen, um das Meer zu sehen.“

Die Rezeptionistin lächelte freundlich.

„Wir haben Sie erwartet, Miss Sophie.“

Ihre Worte ließen mich innehalten, aber die Erschöpfung hinderte mich daran zu fragen, was sie damit meinte.

An diesem Nachmittag spazierten wir zum Strand hinunter.

Sophie blieb am Ende des Holzstegs stehen und blickte zum Horizont.

„Es ist größer als die Bücher“, flüsterte sie. „Und schöner als die Videos.“

Sie watete ins seichte Wasser und lachte jedes Mal, wenn eine Welle ihre Füße erreichte.

Es war der fröhlichste Laut, den ich seit fast einem Jahr von ihr gehört hatte.

Dann vibrierte mein Handy.

Eine Nachricht aus der Onkologiepraxis erklärte, dass Sophies neueste Testergebnisse einen schnelleren Krankheitsverlauf als erwartet zeigten. Ich sollte mich nach unserer Rückkehr wieder melden.

Ich schaute vom Bildschirm zu meiner Tochter, die den Wellen hinterherjagte.

Mein Vater war weg.

Sophie wurde immer kränker.