Ich nahm meine todkranke Tochter mit ans Meer, um ihr ihren letzten Wunsch zu erfüllen – dann kam der Hotelmanager in unser Zimmer und sagte: „Da ist etwas an dieser Reise, das Sie nicht wissen.“

Einen schrecklichen Moment lang malte ich mir eine Zukunft aus, in der ich niemanden mehr hatte.

An diesem Abend, nachdem ich Sophie beim Umziehen für das Abendessen geholfen hatte, hörte ich ein Klopfen.

Der Hotelmanager stand draußen und trug eine große Holzkiste.

„Darf ich hereinkommen?“, fragte er. „Es gibt da etwas an dieser Reise, von dem dir nichts erzählt wurde.“

Er stellte die Schachtel auf einen Tisch am Fenster.

„Vor einiger Zeit hat sich ein Herr an das Hotel gewandt“, erklärte er. „Er hat uns dies per Post geschickt und uns genaue Anweisungen gegeben. Wir sollten es erst ausliefern, nachdem Sophie das Meer gesehen hatte.“

Mein Herz begann zu rasen.

„Wer war er?“

„Er sagte, seine Enkelin müsse das Meer sehen.“

„Hat Opa uns etwas geschickt?“, fragte Sophie.

Der Manager lächelte.

„Er hat dir viele Dinge geschickt.“

Nachdem er gegangen war, bemerkte Sophie eine Karte, die an dem Band befestigt war.

Es war in der Handschrift meines Vaters geschrieben.

**Für meine Mädchen.**

Mit zitternden Händen löste ich das Band und öffnete den Deckel.

Die Schachtel war voller Briefumschläge.

Der erste Brief war an Sophie gerichtet. Eine Krankenschwester hatte geschrieben, dass Sophies Mut während der Behandlung alle um sie herum inspiriert habe.

Eine weitere Nachricht kam von ihrer Lehrerin, die Sophie dafür dankte, dass sie Freundlichkeit in die Klasse gebracht hatte.

Es gab Briefe von Nachbarn, Krankenhausangestellten, Freunden der Familie und Menschen, deren Leben Sophie berührt hatte, ohne es zu wissen.

Ein Hausmeister schrieb, dass die Lutscher, die er ihr geschenkt hatte, nie wirklich dazu gedacht waren, sie aufzuheitern. Sie waren seine Art, Sophie dafür zu danken, dass sie ihm seine schwierigen Tage erhellte.

Es waren mehr als dreißig Briefe.

Ganz unten in der Schachtel fand ich einen Umschlag, auf dem mein Name stand.

Es war von Papa.