Am eiskalten Donnerstagmorgen um 6:30 Uhr rief meine Schwester an, um mir mitzuteilen, dass unser Vater tot sei.
Es gab nur ein Problem.
Mein Vater saß einen Meter von mir entfernt in einem dunkelblauen Flanellbademantel, nippte an seinem Kaffee und stahl Speck von meinem Teller.
Ich schaute auf den Namen, der auf meinem Handy aufleuchtete.
Vanessa Cole.
Meine ältere Schwester behandelte den Morgen wie einen persönlichen Feind, daher bedeutete ein Anruf vor Sonnenaufgang in der Regel, dass jemand schwer verletzt worden war.
Ich hätte mir nie vorstellen können, dass sie über einen Todesfall berichten würde, der gar nicht stattgefunden hat.
Papa griff hinüber und stahl noch eine Scheibe Speck.
„Was?“, flüsterte er.
Ich habe den Anruf angenommen.
„Vanessa?“
Ein paar Sekunden lang hörte ich nur einen Automotor und das Klicken eines Blinkers.
Dann sagte sie ganz entschieden:
„Natalie, Papa ist letzte Nacht gestorben.“
Papa hörte auf zu kauen.
Ich drehte mich langsam zu ihm um.
Er sah mich direkt an.
Ich habe auf den Lautsprecher getippt.
“Wann?”
„Irgendwann in der Nacht. Harold hat ihn gefunden.“
Diese Namenswahl war bewusst.
