***An diesem Nachmittag blieb sie auf dem Sofa sitzen und umarmte ihren Lieblingskuschelhasen.***
Claire lächelte wie immer.
„Wir hatten einen ruhigen Tag.“
Emma beachtete mich kaum.
Ich nahm an, sie sei müde.
Nachdem Claire gegangen war, fragte ich sie, ob sie Makkaroni mit Käse wolle.
Normalerweise war das eine Garantie für ein begeistertes Ja.
Stattdessen zuckte sie nur mit den Achseln.
***”Was auch immer.”***
Irgendwie stimmte etwas nicht.
An diesem Abend deckte ich sie zu, strich die Decke glatt und küsste ihre Stirn.
Plötzlich packte sie meine Hand so fest, dass es weh tat.
“Mama…”
Ihre Stimme war kaum zu hören.
***„Ich will nicht, dass sie zurückkommt.“***
Ich runzelte die Stirn.
„Warum, Liebling?“
Emma warf einen nervösen Blick zur Schlafzimmertür, bevor sie flüsterte:
„Ich habe Angst.“
Mir stockte der Atem.
„Hat sie dir wehgetan?“
Emma schüttelte so schnell den Kopf, dass ihr die Haare ins Gesicht fielen.
***”NEIN.”***
“Was ist passiert?”
Sie vergrub ihr Gesicht an meinem Arm.
„Ich kann es nicht sagen.“
“Warum nicht?”
Ihr Griff verstärkte sich.
***„Ich kann einfach nicht.“***
Ich blieb fast eine Stunde neben ihr und hoffte, dass sie noch mehr sagen würde.
Das hat sie nie getan.
Am nächsten Morgen rief ich auf der Arbeit an und sagte, dass ich mich verspäten würde.
Als Claire ankam, ging ich nach draußen, bevor sie klingeln konnte.
„Wir werden dich nicht mehr brauchen.“
Sie blinzelte.
***”Was?”***
„Es tut mir leid, aber wir brauchen Ihre Hilfe wirklich nicht mehr.“
Sie starrte mich mehrere Sekunden lang an.
Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck.
Keine Traurigkeit.
Etwas, das eher in Richtung Irritation geht.
***„Emma muss etwas falsch verstanden haben.“***
Ich ließ eine Hand am Türknauf.
„Ich habe meine Entscheidung getroffen.“
„Kann ich wenigstens mit ihr sprechen?“
“NEIN.”
Ihr Kiefer verkrampfte sich.
***„Ich glaube, du begehst einen Fehler.“***
„Auf Wiedersehen, Claire.“
Ich schloss die Tür leise.
Als ich mich umdrehte, stand Emma etwa auf halber Höhe des Flurs.
Sie sah entsetzt aus.
„Alles gut“, versicherte ich ihr. „Sie kommt nicht zurück.“
Emma nickte.
Aber sie lächelte nicht.
Stattdessen ging sie ins Wohnzimmer und kletterte auf die Couch.
Den größten Teil des Tages starrte sie aus dem Fenster.
Alle paar Minuten lugte sie durch die Vorhänge, setzte sich dann aber wieder hin.
„Wonach suchst du?“, fragte ich schließlich.
Sie zuckte mit den Achseln.
“Nichts.”
***Diese Antwort beunruhigte mich mehr als alles andere.***
Kinder sagten selten „nichts“, es sei denn, es war etwas nicht in Ordnung.
