Ich habe meinen Chef angerufen und mit ihm vereinbart, dass ich für den Rest der Woche von zu Hause aus arbeiten kann.
Er stellte nicht viele Fragen.
„Pass gut auf deine kleine Tochter auf“, sagte er.
An diesem Nachmittag sprach ich Claire vorsichtig wieder an.
***„Du weißt, dass du mir alles erzählen kannst.“***
Emma nickte.
“Ich weiß.”
„Hat Claire dich angeschrien?“
“NEIN.”
„Hat sie dich gezwungen, etwas zu tun, was du nicht mochtest?“
Emma blickte wieder zum Fenster.
„Ich möchte nicht über sie reden.“
Also hörte ich auf zu drängen.
Manchmal führt zu starker Druck auf Kinder nur dazu, dass sie sich noch weiter zurückziehen.
Stattdessen haben wir Plätzchen gebacken, Bilder ausgemalt und einen von Emmas Lieblingsfilmen angeschaut.
Sie lachte leise.
***Doch alle paar Minuten warf sie einen Blick zum Fenster, als ob sie erwartete, dass jemand erscheinen würde.***
Kurz vor Sonnenuntergang klopfte jemand an die Tür.
Emma sprang so heftig auf, dass sie ihren Saft umstieß.
„Schon gut“, sagte ich, obwohl mein eigenes Herz bereits zu rasen begann.
Ich öffnete die Tür.
Vernon stand auf der Veranda.
***Er sah ungewöhnlich blass aus.***
„Geht es dir gut?“, fragte ich.
Er nickte langsam.
„Ich glaube, das gehört Emma.“
Er hielt einen kleinen rosa Turnschuh hoch.
Emmas Lieblingsstück.
Ich runzelte die Stirn.
***„Wo hast du es gefunden?“***
Er zeigte auf das verlassene Haus am Ende unserer Straße.
„Es lag auf der Veranda.“
Einen Moment lang konnte ich nicht sprechen.
„Das ist unmöglich.“
Das alte Haus stand schon seit Jahren leer.
***Die Fenster waren vernagelt, und die Eltern aus der Nachbarschaft warnten ihre Kinder, sich fernzuhalten.***
Emma war noch nie auch nur in der Nähe davon gewesen.
Vernon rutschte unruhig hin und her.
„Ich war mir nicht sicher, ob ich es mitbringen sollte.“
“Warum?”
„Ich habe Ihre ehemalige Babysitterin vor weniger als 20 Minuten aus dem Haus kommen sehen.“
***Mir wurde übel.***
“Was?”
„Ich war wie immer spazieren“, sagte er. „Ich sah Claire mit zwei Pappkartons herauskommen.“
Er hielt inne.
„Als sie bemerkte, dass ich zuschaute, eilte sie zu ihrem Auto.“
Ich blickte auf den Turnschuh hinunter.
Es war definitiv Emmas.
***Der kleine Regenbogenaufkleber, den sie unbedingt in der Nähe der Ferse anbringen wollte, war immer noch da.***
Ohne ein weiteres Wort eilte ich hinein.
Emma schaute auf, als ich hereinkam.
Als sie den Turnschuh in meiner Hand sah, wich jede Farbe aus ihrem Gesicht.
Sie war nicht überrascht.
Sie war entsetzt.
***Ich nahm ihren Rucksack vom Haken neben der Küchentür.***
Meine Hände zitterten, als ich den Reißverschluss öffnete.
