Wie Toilettenpapier in die PFAS-Debatte Einzug hielt
Dies ist nicht das Ergebnis einer sozialen Bewegung, sondern das Ergebnis einer Laboruntersuchung. Wissenschaftler analysierten Abwasserproben und entdeckten etwas Ungewöhnliches: Bestimmte PFAS-Verbindungen traten im Abwasser auf. Bei der Suche nach der Ursache stießen sie auf Toilettenpapier.
Eine der Universität von Florida aus dem Jahr 2023 analysierte Brötchen aus Nordamerika, Europa und Afrika. Die Forscher wiesen messbare Mengen fluorierter Verbindungen in den Brötchen nach. Besorgniserregend war jedoch nicht das Vorhandensein dieser Chemikalien an sich, sondern die Art und Weise ihrer Entsorgung.
Während Jacken oder Pfannen nach Gebrauch aufbewahrt werden können, wird Toilettenpapier benutzt und sofort entsorgt. Es gelangt direkt ins Abwassersystem, das nicht für die Filterung solcher Moleküle ausgelegt ist. Letztendlich kann das Toilettenpapier von Millionen Haushalten einen großen Teil der PFAS im Klärschlamm ausmachen.
Das Interessante daran ist, dass diese Chemikalien nicht immer absichtlich hinzugefügt werden. Manchmal gelangen sie unbeabsichtigt während des Herstellungsprozesses in den Recyclingpapierbrei oder sogar in Maschinenschmierstoffe in der Fabrik.
Nun etwas genauer. PFAS ist einemit Tausenden verschiedener Varianten. Einige, wie beispielsweise PFOA, werden mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie einem erhöhten Krebsrisiko oder einem geschwächten Immunsystem in Verbindung gebracht. Das Ausmaß dieses Risikos hängt jedoch vollständig von der Art der Exposition ab.
Das größte Risiko bei Toilettenpapier geht jedoch gar nicht von der Haut aus. Die meisten Gesundheitsexperten, darunter auch die der stellen fest, dass die Aufnahme von PFAS über die Haut äußerst gering ist. Die Hauptursachen für die Belastung des Menschen sind verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittelverpackungen.
Obwohl diese Chemikalien im Produkt nachgewiesen wurden, ist das Risiko durch die Verwendung des Produkts gering. Das Problem liegt in der Anreicherung in der Umwelt. Da sich diese PFAS nicht abbauen, verbleiben sie dauerhaft in Böden und Gewässern.
